Rotava/ehem. Rothau (Tschechien)

Die Kontakte während der Vorbereitungszeit zur Städtepartnerschaft gehen auf Besuche der Kirchengemeinde durch die Sudetendeutschen Landsmannschaft Veitshöchheim zurück. Die Vertreter beider Seiten äußerten den Wunsch, die Kontakte fortzusetzen und zu vertiefen. Da Veitshöchheim für eine große Zahl vertriebener Sudetendeutschen zur zweiten Heimat wurde, verbindet die beiden Gemeinden ein Stück Geschichte und die Schicksale vieler älterer Einwohner.

Im Oktober 2005 kommt es in Veitshöchheim zum ersten Treffen der Vertreter beider Orte. Man beschloss, die Kontakte zu vertiefen und ein weiteres Treffen in Rotava. Am 10. Oktober wird der Partnerschaftsvertrag zwischen Rotava und Veitshöchheim unterzeichnet. Für die Entscheidung zu einer weiteren Partnerschaft neben Greve in Chianti (Italien), Pont-l`Evêque (Frankreich) und Geithain (Sachsen) sind vor allem auch die EU-Osterweiterung für den Gemeinderat von Veitshöchheim ausschlaggebend.

Der vor 1945 noch Rothau genannte und damals überwiegend von Deutschen besiedelte Ort liegt im Grenzgebiet nahe dem sächsischen Klingenthal am Südhang des Erzgebirges. Die Stadt, die ca. 3.500 Einwohner zählt, ist nur 264 Kilometer von Veitshöchheim entfernt. Im 19. Jahrhundert entstand der heutige Ort durch Vereinigung von Ober- und Unterrothau und weiterer kleinerer Ortschaften (Pechbach, Annathal und Brattsäge) unter der Heinrichsgrüner und Graslitzer Herrschaft.
Im 20. Jahrhundert entstanden in Ober-Rothau verschiedene Neubausiedlungen, die noch heute den Charakter ihrer Zeit zeigen: Die Siedlung Haar bestand aus Einfamilienhäusern aus den 20er Jahren, Neu-Pilsen aus Häusern der 40er Jahre. Infolge der Umsetzung der Benes-Dekrete, die Enteignung und Vertreibung derjenigen Deutschen anordneten, die sich nicht nachweislich gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten ausgesprochen hatten, wurden viele alte Wohnhäuser abgerissen. An ihrer Stelle entstand eine sehr dominante Plattenbausiedlung, in der heute der überwiegende Teil der Einwohner lebt. Andere Grundstücke wurden renaturiert. Heute fehlt ein historischer alter Ortskern.
Nach dem 2. Weltkrieg und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung war der Ort ziemlich entvölkert. Das änderte sich erst, als 1957 eine Maschinenfabrik und eine Gießerei ihre Arbeit wieder aufnahmen. Arbeitskräfte aus ganz Tschechien kamen nach Rotava.
1965 wurde Rotava Stadt und zählte ca. 4200 Einwohner. Nach der Wende 1989 veränderte sich die Situation. Betriebe lösten sich auf, und die Einwohnerzahl ging zurück.

Die Stadt Rotava beherbergt heute alle wichtigen gesellschaftlichen Einrichtungen wie Kindergarten, Schulen, Krankenhaus, Polizei, Kulturzentrum, Bibliothek oder Seniorenheim. Für auswärtige Gäste stehen einfachere Unterkünfte zur Verfügung.

Rotava besitzt einen Bahnhof an der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Sokolov–Klingenthal. Direkte Zugverbindungen bestehen mit den Zügen der tschechischen Eisenbahngesellschaft VIAMONT nach Sokolov, Karlovy Vary (Karlsbad) und Zwickau.

Sehenswertes in Rotava

Katholische Kirche St. Peter und Paul: 1914 - 1925 im historisierenden Stil erbaut. Die Glocken wurden im Rothauer Eisenwerk gegossen. Dank des Engagements des örtlichen Pfarrers konnte die Kirche, die in der sozialistischen Zeit als Stall und Lagerhaus benutzt wurde, wieder als Gotteshaus eingerichtet werden.

Rothauer Basaltorgel: Basaltwand, deren geologische Formation an eine Steinorgel erinnert. Die Basaltwand liegt im Naturschutzgebiet von Rotava und ist vulkanischen Ursprungs. Es bietet sich von hier eine herrliche Aussicht auf Rotava (Rothau). Derartige vulkanische Gebilde findet man im ganzen Egergraben bzw. östlichen Erzgebirge.

Die Landschaft des Erzgebirges mit ihrer prachtvollen, bunten und weitgehend unberührten Natur bietet hervorragende Bedingungen zum Wandern, Radfahren, im Winter zum Skifahren und Langlauf. In der nahen Umgebung von Rotava gibt es auch für kulturell und historisch Interessierte viel Sehenswertes. In nächster Nähe von Rotava liegen die weltbekannte Kurstädte und Orte des historischen Egerlandes: Karlovy Vary (Karlsbad), Mariánské Lázně (Marienbad) und Františkovy Lázne (Franzensbad), Cheb (Eger) oder der Skalkasee in nächster Nähe.

Wichtige Orte:
Jagdschloß Favorit,
Hochofen aus dem 19. Jh. in Sindelova (Industriedenkmal)
Schloß in Jindrichovice
Skilifte in Šindelová, Kraslice und Bublava
die Städte Sokolov (Falkenau), Cheb (Eger) oder Loket (Ellbogen)

Externer LinkHomepage der Stadt Rotava

Kulturamt der Gemeinde Veitshöchheim
Erwin-Vornberger-Platz
97209 Veitshöchheim
Kontakt