Namen und Biographien

Mira (Mina) Strauß
Mira oder Mina Strauß wurde am 8. November 1901 als eines der 8 Kinder von Joseph und Amalie Strauß geboren. 4 ihrer Geschwister starben bereits im Kindesalter.
Die Schwester Frieda lebte vermutlich seit 1929 in Nürnberg, von wo aus sie nach Izbica deportiert wurde. Der Bruder Michael, von Beruf Gärtner, ertrank 1927 oder 1928 im Main. Ein anderer Bruder, dessen Name einmal mit David, ein andermal mit Theo angegeben wird, war im Jahre 1935 nach Haifa in Israel ausgewandert.
Mira, Mina Strauß, die ledig blieb und keinen Beruf ausübte, war wohl öfter unterwegs. Sie arbeitete im Ladengeschäft im Haus der Familie Strauß in der Kirchstraße 13.
Mira hielt sich öfter bei ihrer Schwester Frieda in Nürnberg auf, wohin sie vermutlich nach dem Umzug der Eltern ins Altersheim in Würzburg und dem Tod der Mutter im Jahre 1940 übersiedelte. Wie auch ihre Schwester wurde sie wahrscheinlich von Nürnberg aus nach Izbica deportiert.
Im Gedenkbuch des Bundesarchivs ist angegeben, dass sie für tot erklärt wurde.

Kirchstraße 13

Joseph Strauß
Joseph Strauß war ein Sohn von Eva Straus(mit einfachem s) aus Veitshöchheim und Wolf Strauß ( scharfes s) aus Mittelsinn. Er wurde am 10. November 1862 in Mittelsinn geboren. Er war verheiratet mit Amalie, geborene Bauer aus Buttenwiesen.
Der Kaufmann Joseph Straus und seine Frau hatten 8 Kinder, von denen vier schon im ersten Lebensjahr starben.
Die Tochter Frieda zog Ender der 20er Jahre nach Nürnberg. 1938 gibt es noch Nachricht von ihr aus Nürnberg. Sie wurde im März1942 nach Izbia/ Lublin deportiert.
Minas oder Miras Schicksal endete ebenfalls dort.
Der Sohn Michael ertrank im Main 1927 oder 1928. Der jüngste Sohn David auch gelegentlich „Theo“ genannt, lebte 1958 in Haifa, Israel, wo er 1935 hingegangen war. Es heißt, er sei nicht ganz gesund gewesen, sein Beruf wird mit Schneider oder Schuhmacher angegeben.
Amalie Strauß muss kurz nach der Umsiedlung ins sog. „Altersheim“ in Würzburg im März 1940 gestorben sein, wohl schon im Juli 1940. Joseph Strauß wurde am 23.September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Er starb am 22. Februar 1943 im Ghetto in Theresienstadt

Kirchstraße 13

Else Kahn
Else Kahn wurde am 19.09.1893 in Veitshöchheim geboren. Ihre Eltern Aaron und Theresia Kahn, geb. Heß, lebten in der Thüngersheimer Str. 36.
Else hatte 2 Geschwister. Die Schwester Frieda, verh. Rosenbusch, verstarb schon 1928. Sie hatte mit ihrem Mann Max Rosenbusch und den 2 Kindern Hella und Fred in Würzburg gelebt. Nach Friedas Tod ging ihr Mann ohne die Kinder in seine Heimat Grünsfeld zurück.
Nachbarn von Else Kahn erinnern sich, das die Kinder ihrer Schwester seitdem bei ihr lebten. Hella ging rechtzeitig nach Frankfurt und von dort aus in die USA. Fred, der auch eine Zeit lang in Frankfurt gelebt hatte, wurde am 25.04.1942 von Würzburg nach Izbica bei Lublin deportiert.
Der Bruder Eugen heiratete Lea Katzenstein aus Fulda. Sie konnten rechtzeitig in die USA fliehen, denn sie lebten dort nach dem Krieg mit ihren beiden Kindern.
Else Kahn selbst arbeitete als Dienstmädchen im jüdischen Altersheim in der Dürerstraße 20 in Würzburg.
Nicht klar ist, ob sie am 24. März oder am 25. April 1942 nach Izbica bei Lublin deportiert wird. 1948 wird sie für tot erklärt.

Thüngersheimer Straße 36

Hermann Stern
Hermann Stern Hermann Stern wurde am 24. August 1862 in Veitshöchheim geboren.
Er lebte in der Thüngersheimer Straße 39 und war von Beruf Viehhändler. Seine Frau Fanny, geb. Frank, wurde am 17. März 1873 in Memmelsdorf geboren.
Herman Sterns Eltern waren Löw und Esther Stern. Löw war Metzger, er starb schon sechs Jahre nach der Hochzeit. Sther heiratete ein weiteres Mal. Emanuel Metzger, für den ebenfalls ein Stein verlegt wurde, ist Hermann Sterns Halbbruder.
Von den beiden Schwestern Hermanns starb eine schon mit drei Monaten, die andere, Julchen, heiratete Joseph Straus mit einfachem „s“ aus Veitshöchheim. Sie starb kinderlos 1929.
Als seine Frau Fanny Stern am 19. März 1938 verstarb, zog Hermann Stern nach Würzburg in die Konradstraße 3. Die beiden Kinder Dr. Ludwig Stern und Irma Stern, verh. Sitzmann, flohen im Juni 1938 mit ihren Familien nach Amerika.
Dr. Ludwig Stern war ein begnadeter, fachlich und persönlich hochgeschätzter Arzt, der von der Nazi-Propaganda verfolgt und denunziert wurde.
Im Jüdischen Museum Veitshöchheim befindet sich der Stammbaum der Familie Stern.
Hermann Stern, wurde am 23.September1942 nach Theresienstadt deportiert.
Er starb im Ghetto Theresienstadt am 4. April 1943.

Thüngersheimer Straße 39

Dr. Max Pretzfelder
Max Pretzfelder wurde am 10. Februar 1866 in Burgkunstadt geboren.
Er wurde Arzt und wohnte in Würzburg, wo er Ende des 19. Jahrhunderts Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik war. 1897 wurde er Facharzt.
Als 1908 die Theresienklinik in Würzburg von einem christlichen Frauenorden gegründet wurde, errichtete man auch eine Operationssaal und entsprechende Betten zur Pflege der chirurgischen Patienten. Dr. Max Pretzfelder wurde zum Hofrat ernannt und der erste Chefarzt dieser chirurgischen Klinik.
1923, nach der Versetzung in den Ruhestand, ging er vermutlich nach Spiegelau in der Oberpfalz. Dort lebte Friedrich Pretzfelder, ein Verwandter, der die Glashütte in Spiegelau erwirbt und sie „Kristallglasfabrik Spiegelau“ nennt. Kommerzienrat Fritz Pretzfelder muss seine Fabrik 1939 an so genannte arische Unternehmer abgeben. Die Pretzfelders verlassen Deutschland.Richtung England. Später kehrten sie zurück und führten ihr Unternehmen noch einmal zur Blüte.
Der Arzt Dr. Max Pretzfelder muss um diese Zeit nach Veitshöchheim gekommen sein.
Er hatte zwar weitere Verwandte in Bamberg, z.B. den Schuhfabrikanten gleichen Namens Max Pretzfelder, Doch auch dieser wurde Opfer der Verfolgung der Nationalsozialisten.
Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sich der Arzt Dr. Max Pretzfelder in dieser Zeit evangelisch taufen lassen, möglicherweise in der Hoffnung, der Verfolgungen der Juden zu entgehen.
Er ließ sich in Veitshöchheim in der Friedhofstraße 11 nieder. Offenbar war er nie verheiratet. Er beschäftige eine Haushaltshilfe aus dem Ort. Im September 1942 zeigte ihn der damalige Bürgermeister an, da er als Jude ein deutsches Hausmädchen beschäftige und eine viel zu große Wohnung besäße.
Es dauerte kaum drei Tage, da wurde ihm sein Vermögen mit der Bezahlung des so genannten „Heimeinkaufvertrages“ entzogen und Hofrat Dr. Max Pretzfelder wurde am 23. September 1942 ins Ghetto nach Theresienstadt deportiert.
Am 17. Januar 1943 starb er in Theresienstadt.

Friedhofstraße 11

Ludwig Brück
Ludwig Brück wurde am 03.Mai 1894 in Odenbach bei Bad Kreuznach geboren. Am 27. Juli 1923 heiratete er in Odenbach Anna Helma, die nicht jüdisch war. Heinrich Ernst, genannt Heinz, kam am 12. Oktober 1923 in Odenbach zur Welt, ihm folgte am 20.Mai 1926 Hans Günter.
Um 1930 ist Ludwig Brück als kaufmännischer Angestellter in der Frankfurter Straße in Würzburg tätig.
Zwischen 1931 ist 1942 ist die Familie in Veitshöchheim gemeldet. Heinz Brück besucht hier die Schule, daran erinnern sich Nachbarn und Mitschüler.
Ludwig Brück nahm offenbar nicht am Leben der jüdischen Gemeinde in Veitshöchheim teil. Er ist in keinem Dokument, die Synagoge betreffend als Gemeindemitglied genannt. Aber er muss ab 1939, wie alle Juden den Zusatzvornamen „Israel“ annehmen.
Möglicherweise musste Ludwig Brück ab 1939 Zwangsarbeit in Würzburg verrichten. Anna Helma muss Veitshöchheim später verlassen haben, vermutlich mit ihrem Sohn Hans Günter. In Heidelberg kommt am 20. März 1941 die Tochter Helga Liselotte zur Welt.
Ludwig Brück und sein Sohn Heinz werden von der Polizei abgeholt, wann, ist nicht festzustellen. Heinz´ Spur verliert sich, er wird noch einen Stolperstein erhalten.
Ludwig Brück wurde am 17. Januar 1944 erst nach Theresienstadt, am 28. Oktober 1944 schließlich nach Auschwitz deportiert.
Vermutungen, er könnte überlebt haben und nach 1945 nach Würzburg zurück gekehrt sein, lassen sich in den Melderegistern der Stadt nicht bestätigen.

Friedhofstraße 7

Max Mährlein
Am 21. Februar 1896 wurde Max Mährlein in Würzburg geboren, am 26. September 1944 endete sein Leben nach dem Todesurteil des Volksgerichtshofs Berlin durch Hinrichtung.
Schon vor der Machtergreifung Hitlers hatten sich in Max Mährlein Ablehnung und Misstrauen gegenüber dem nationalsozialistischen Gedankengut entwickelt. Durch die Lektüre von Hitlers „Mein Kampf“ steigerte sich diese Haltung.
Max Mährlein fühlte sich verpflichtet, Freunde und Angehörige auf die drohenden Gefahren im Falle einer Machtübernahme der „Nazis“ hinzuweisen und er versuchte aufzuklären und zu warnen.
Auch nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler stand Max Mährlein öffentlich zu seiner kompromisslosen Ablehnung des Nationalsozialismus. Die Folgen seines mutigen Auftretens musste er durch berufliche Nachteile erfahren.
Selbst der Entschluss, NSDAP-Mitglied zu werden, um sein berufliches Fortkommen zu ermöglichen und eventuell allgemein mehr Einfluss zu gewinnen, brachte keine Änderung seiner Lage. Immer leidenschaftlicher wurde der Hass gegenüber dem NS-Regime, was sich in heftigen Diskussionen am Arbeitsplatz und dem Versuch, Transporte von Kriegsmaterial zu verzögern, niederschlug.
Er wurde am Arbeitsplatz bespitzelt und zuletzt bei der Gestapo denunziert
Am 15. September 1943 wird er am Arbeitsplatz von der Gestapo festgenommen. Er sitzt im Gefängnis in der Ottostraße in Würzburg ein.
Nach viermonatigem Aufenthalt in München – Stadelheim kehrt er nach Würzburg zurück, wo er auf seinen Prozess wartet.
Nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler folgt (wie bei vielen Widerstandskämpfern) seine rasche Verurteilung im Rahmen eines Schauprozesses.
Die Anklagepunkte lauten: Wehrkraftzersetzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, usw.
Als Todeskandidat wird er für die Zeit bis zu seiner Hinrichtung in das Gefängnis Frankfurt-Preungesheim gebracht. Seit Wochen ist der Kontakt zu Frau und Sohn und allen Angehörigen versagt. Kurz vor seiner Hinrichtung steht Max Mährlein seinem Sohn für 2 Minuten ein letztes Mal gegenüber. Seine Ehefrau wird am 26. September 1944 telefonisch über seine Hinrichtung verständigt.

Hofweg 10 A

Leopold Kaufmann
Leopold KaufmannLeopold Kaufmann , am 18. Januar 1893 geboren, war Arbeiter.
Über ihn und sein Leben ist sehr wenig bekannt. Er wohnte in der Herrnstraße bei seiner Schwester Margarete, er selbst war unverheiratet.
Gerne ging er ins Gasthaus, und dort dürfte seine offen geäußerte Ablehnung der Nationalsozialisten und ihres Regimes jemand zu Ohren gekommen sein, der ihn denunzierte.
Er wurde festgenommen und ohne ein Urteil ins Konzentrationslager Dachau gesteckt.
Leopold Kaufmann ist in Dachau am 15. April 1945 gestorben.

Herrnstraße 14




Sali / Sally / Salomon Kahn
Geboren wurde Sali Kahn am 07.07.1892 in Veitshöchheim. Sein Name wird unterschiedlich genannt, manchmal Salomon, häufig in den verschiedenen Abkürzungen Sali oder Sally. Das Haus seiner Eltern Isaak Kahn und Mathilde, geb. Rosenfeld, lag in der Bahnhofstraße 14. Es wurde bereits 1930 verkauft.
Die Mutter Mathilde verstarb 1927 in Veitshöchheim. Von den 6 Geschwistern Salomons waren 2 im Kindesalter verstorben, seine Schwester Erna, die noch 1929 in Barmen lebte, gilt als verschollen. Bruder Max, der wie Salomon Soldat im I. WK war, zog 1919 nach Barmen. Mehr ist über sein Leben im Augenblick nicht bekannt.
Schwester Lina, die ebenfalls nach Barmen zog, lebte dort offenbar noch im Jahre 1938.Auch über sie kann im Augenblick nicht mehr gesagt werden.
Auf der Erinnerungstafel für die jüdischen Soldaten im I. WK, die in der Veitshöchheimer Synagoge hängt, steht auch der Name Sali Kahns. Seinen Beruf kennen wir nicht.
Unter nicht bekannten Umständen wurde er bereits im Juli 1938 deportiert. Aus Buchenwald, vom Januar 1939, datiert seine Zwangsnamensänderung, als alle männlichen Juden den zweiten Vornamen „Israel“ annehmen mussten, die Frauen den Zweitnamen „Sara“.
Sali Kahn wurde am 11.Februar 1941 in Buchenwald ermordet.

Bahnhofstraße 14

Fanny Freudenberger, geb. Jacob
Fanny Freudenberger Fanny Jacob kam am 31.Oktober 1877 im Willmars im heutigen Landkreis Rhön-Grabfeld zur Welt. 1909 heiratete sie in Würzburg den Schneider Julius Freudenberger, dessen Familie etwa 1881 aus Unterleinach nach Veitshöchheim übersiedelte.
Fanny und Julius hatten vier Kinder. Sie lebten in der Bahnhofstraße 23.
Rudolf, der älteste Sohn, besuchte in Würzburg die Schule. 1936 konnte er mit seiner Frau Erna Deutschland verlassen und ging nach Palästina, später in die USA.
Die Tochter Johanna floh 1938 in die USA, Tochter Rita nach Palästina. Auch der jüngste Sohn Siegfried rettete sein Leben, als er 1939 zunächst nach England fliehen konnte. Er hatte zuvor eine Haftzeit im KZ Dachau verbracht. Später lebte er in New York.
Fanny wurde mit ihrem Mann Julius am 25.April 1942 nach Izbica/ Lublin in Polen deportiert.
Der Zeitpunkt und Umstände ihres Todes sind nicht bekannt und so wurde sie, wie so viele, zum Tag des Kriegsendes, dem 8. Mai 1945, für tot erklärt.

Bahnhofstraße 23






Julius Freudenberger
Julius Freudenberger Julius Freudenberger wurde am 15. September .1880 in Unterleinach geboren. Er war noch ein Kleinkind, als seine ElternSandel und Hanna Freudenberger etwa 1881 von Unterleinach nach Veitshöchheim zogen.
Willkommen waren die neuen Bürger in Veitshöchheim nicht. Eine Chronik berichtet, dass die Neuankömmlinge mit ihren Fuhrwerken auf der Straße aufgehalten wurden und dass teilweise sogar Möbel von den Wagen geworfen wurden.
Julius, dessen Vater Viehhändler von Beruf war, wurde Schneiderund brachte es bis zum Meister. An seinem Haus Bahnhofstraße 23 stand der Schriftzug: „Jul.- für Julius- Freudenberger Schneidermstr. -abgekürzt“.
Julius heiratete Fanny Jacob 1909. Sie hatten vier Kinder.
Rudolf, Johanna, Rita und Siegfried konnten rechtzeitig Deutschland verlassen und überlebten in Israel und in den USA.
Julius wurde mit seiner Frau Fanny am 25.April 1942 nach Izbica/ Lublin in Polen deportiert.
Der Zeitpunkt und Umstände seines Todes sind nicht bekannt und so wurde er, wie so viele, zum Tag des Kriegsendes, dem 8. Mai 1945, für tot erklärt.

Bahnhofstraße 23



Jette Metzger, geb. Neumann
Jette Neumann kam am 3. September 1879 in Hainsfarth in Schwaben zur Welt.
Im März 1905 heiratete sie in Veitshöchheim den Viehhändler Emanuel Metzger.
Mit ihren Kindern lebten sie in der Bahnhofstraße 24.
Ihr Sohn Willy starb im Kindesalter. Die Tochter Ella war 1937/38 Dienstmädchen im Jüdischen Krankenhaus in Wü. Sie floh vermutlich Ende 1938 in die USA. Betti heiratete 1931 Siegbert Heilfron aus Chemnitz. Sie lebte nach dem Krieg in den USA, erneut verheiratete Betty Schorr.
Jette und Emanuel Metzger wohnten ab Ende November 1938 nicht mehr in ihrem Haus, sondern im sogenannten Altersheim in der Dürerstraße in Würzburg.
Jette und ihr Mann wurden am 23.September 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Auf dem Weitertransport am 23.Okotber 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz starb Jette Metzger.

Bahnhofstraße 24

Emanuel Metzger
Emanuel Metzger wurde am 13.März 1869 in Veitshöchheim geboren, als Sohn des Metzgers Wolf Metzger aus Wachbach, der verheiratet war mit Esther verwitwete Stern, geborene Donnerstag.
Esther hatte aus der ersten Ehe mit Löw Stern, ebenfalls Metzger, bereits 3 Kinder darunter Hermann Stern aus der Thüngersheimer Straße 39.
Somit war Emanuel ein Halbbruder Hermann Sterns. Emanuel war das zweite von fünf Kindern aus der zweiten Ehe Esters.
Über seine Schwester Friderike ist nichts bekannt. Ida heiratete den Kaufmann Max Bär aus Meiningen. Rosa heiratete Bernhard Adler aus Fulda. Sie lebte zuletzt in Heilbronn und wurde im Konzentrationslager ermordet.
Julius war Soldat im I. WK. Später wurde er mit seiner Familie nach Riga deportiert und dort ermordet.
Emanuel Metzger war Viehhändler von Beruf und wohnte in der Bahnhofstraße 24. Er schloß die Ehe mit Jette, geborene Neumann aus Hainsfarth in Schwaben.
Sie hatten drei Kinder, eines starb mit nicht einmal sechs Monaten, die beiden Töchter lebten nach dem Ende des Krieges in den USA.
Emanuel ging zusammen mit seiner Frau Jette Ende 1938 nach Würzburg ins sogenannte Altersheim Dürerstraße.
Am 23. September 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert. Sein Todestag ist der 11. April 1943.

Bahnhofstraße 24

Rosa Trepp, geb. Kahn
Rosa Trepp Rosa Kahn wurde am 20.November 1884 in Veitshöchheim geboren
Sie heiratete am 4. März 1908 Gustav Trepp aus Witzenhausen. Gustav Trepp, Jahrgang 1876, fiel im Ersten Weltkrieg. Rosa Trepp kehrte 1931 nach Veitshöchheim zurück und lebte im Haushalt ihres Bruders Ernst, dessen Frau Eva im selben Jahr gestorben war. Rosa kümmerte sich um ihre Mutter Marianne und die beiden Töchter von Ernst, Emmi und Cerri, die eine 18, die andere erst 9 Jahre alt. Ihre eigenen Söhne Leopold und Samuel, 1909 und 1911 geboren, kamen nicht mit nach Veitshöchheim. Sie wanderten frühzeitg nach Amerika aus.
Zusammen mit ihrem Bruder Ernst wurde Rosa Trepp am 25.4.1942 am von Veitshöchheim nach Izbica. Bei Lublin deportiert. Sie gilt als verschollen.

Bahnhofstr. 25






Ernst Kahn
Ernst Kahn Ernst Kahn kam am 17. Mai 1882 in Veitshöchheim zur Welt. Seine Eltern waren Samuel und Marianne Kahn, geborene Donnerstag. Ernst übernahm das Geschäft des Vaters, der 1910 starb. 1912 heiratete Ernst Eva Schild aus Heßdorf. Sie hatten zwei Töchter, Emmi, 1913 geboren, wanderte 1936 nach England aus. Cerri, 1922 geboren, konnte am 7. November 1938 Deutschland noch verlassen und ging nach Palästina. Zuletzt lebten beide in den USA.
Im Ersten Weltkrieg zeichnete sich Ernst Kahn als Soldat aus, ihm wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Frontkämpferabzeichen verliehen. 1924 kandidierte er auf der Liste der Bürgerlichen Partei für den Veitshöchheimer Gemeinderat. Bei ihm lebte seit dem Tode ihres Mannes auch seine Mutter Marianne.
1931 starb Eva Kahn mit erst 44 Jahren. Nun zog Ernst Kahns verwitwete Schwester Rosa Trepp zu ihm und seiner Familie.
Am 9. November 1938 wurde Ernst Kahns Geschäft und seine Wohnung demoliert, er selbst wurde abgeführt und für eine Woche in die sogenannte „Schutzhaft“ genommen. 1939 versuchte er noch, seine Ausreise nach Palästina in die Wege zu leiten, indem er im Juni einen Antrag auf einen Auslandspass stellte. Trotzdem dieser zunächst genehmigt wurde, gelang ihm die Flucht nicht mehr. Er wurde am 25. April 1942 zusammen mit seiner Schwester Rosa nach Izbica bei Lublin deportiert. Wahrscheinlich starb er schon auf dem Transport. Er gilt als verschollen.

Bahnhofstr. 25